Visionssuche

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Visionssuche

Es ist mir ein Herzensanliegen zuvorderst Steven Foster zu Wort kommen zu lassen, der zusammen mit Meredith Little in den Siebzigerjahren die Dringlichkeit, rituelle Übergänge für die moderne Zeit wiederzubeleben erkannt hat. Die Visionssuche, wie wir sie heute kennen, hat sich aus deren jahrzehntelanger Pionierarbeit, ihrer «School of Lost Borders», heraus entwickelt:

Visionssuche Wanderstab mit Maske

«So harrten wir aus und lauschten der Stille. … Wir ergründeten die Einsamkeit. …Wir gingen die vier Ecken der Welt entlang und beteten. Der Klang unserer eigenen Stimme war fremd und kraftvoll in unseren Ohren. Vielleicht haben wir uns auch ein wenig zugeweint.

Was haben wir gelernt? Das haben wir gelernt, wenn auch jeder auf seine oder ihre eigene Weise: Wie man Einsamkeit, Isolierung und Entbehrungen erträgt.

Jeder von uns erfuhr irgendetwas Geheimes, eine Art durchzuhalten, einen Hinweis darauf, wie wir die Nacht, die Kälte, den Hunger überleben konnten. Könnt ihr euch noch erinnern, wie Ihr das gemacht habt? Das ist der Schlüssel, das Geheimnis, ein flüchtiger Ausblick auf den Weg. Wisst ihr noch, wie?

Und das Warten, das Warten darauf, dass die Zeit vergeht, bis wir uns wiedersehen und wieder miteinander sprechen würden. Vielleicht ist auch das eine Art, das Leben und den Tod zu betrachten. …

Hat das Alleinsein und das Hungern Euch geholfen, die Bedeutung der Liebe zu verstehen? Ich erinnere mich besonders an die Augen der Menschen um mich herum. Wie klar und schonungslos schön, wie die atonale Wüste, waren die Augen der Menschen um mich herum. Die Gesichter der Leute sahen weise aus, ein bisschen älter, fest und doch entspannt.

So, wie die Wüste das Tier aus uns herausgelockt und uns dazu gebracht hatte, zu wühlen, zu klettern, zu scheissen und zu trinken, so hatte sie auch die Liebe aus unseren Herzen gelockt. Nur wer einsam ist weiss, was Liebe bedeutet. Ich vermute, das schliesst fast jeden Menschen ein.

In dieser Nacht war es so einfach, zu geben. Erinnert Ihr Euch, wie wir in dieser Nacht wach blieben, sprachen, in die Sterne hinaufschauten und alle auf einem Haufen lagen? Freundschaft ist ein Geschenk.»

Steven Foster, unveröffentlichtes Tagebuch, 1975

Die Zeremonie der Visionssuche schöpft ihre Kraft aus der Einfachheit. Sie ist ursprünglich und gerade deshalb so radikal – ein kostbarer Weg, um die Seele reifen zu lassen und die Magie des Alleinseins zu erfahren. Sich einstimmen auf die Stille der Natur. In ihr Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen lassen. Es entsteht ein Raum, aus dem Klarheit und Intuition hervorwachsen können.

Das Kernstück dieser Naturzeremonie bildet die Auszeit. Vier Tage alleine und fastend im Schoss von Mutter Erde, nur eine Plane als Unterschlupf, ein Schlafsack, eine Isomatte und ausreichend Trinkwasser. Wir Visionssucheleiter halten uns in einem zentral gelegenen Basislager auf, gewährleisten die Sicherheit und sind da, falls Du Hilfe benötigen solltest. 100 Stunden Schwellenzeit, alleine in der Wildnis, als Weg zu Deiner ureigenen Wesens-Natur, Deinem authentischen So-Sein.

Diese Rückzugszeit folgt auf eine 4-tägige Vorbereitungsphase, in der Ihr Euch einstimmen könnt auf das Land und die Menschen, die mit Euch auf diese Reise gehen. Im Miteinander schaffen wir zusammen ein wohlwollendes und fürsorgliches Feld, das uns während dieses Übergangsrituals ein Zuhause sein und uns tragen wird. Die wahre Weisheit liegt im Land! Und in Euch!

Am Ende Deiner inneren Einkehr treffen wir uns wieder, um im Kreis die erlebten Einsichten und Erfahrungen zu teilen, uns aus unseren Herzen heraus auszutauschen und zuzuhören. In dieser Wiedereingliederungsphase beginnen wir mit der Integration des Erlebten in unseren Alltag und unseren Lebensplan.


«Die zivilisatorische Schicht, die uns von der Wildnis trennt, ist nicht dicker als drei Tage.»

Robert Greenway, Psychologe und Wildnisforscher